Der ehrliche Vergleich

Infinityrente oder Wertpapierdepot?

Gleiche Fonds. Gleiches Marktrisiko. Andere Verpackung. Hier steht, wann das Depot besser ist – und wann die Infinityrente.

Von DI Alexander Wersonig · Ungebundener Versicherungsmakler & Unternehmensberater · Stand: Oktober 2026

Die Kurzantwort

Es ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Frage der Zeit. Beide veranlagen in Fonds oder ETFs. Der Unterschied liegt im Mantel: Steuer, Vertragsrahmen, Auszahlungsform und Todesfall.

Depot passt besser,wenn das Geld in den nächsten Jahren gebraucht werden könnte, wenn jederzeitige Verfügbarkeit zählt oder wenn niedrigste Kosten oberste Priorität haben.
Infinityrente passt besser,wenn es um Pensionsvorsorge mit 15 Jahren Horizont oder mehr geht, wenn die KESt den Zinseszins nicht bremsen soll und wenn eine lebenslange Rente oder die Absicherung der Familie gewünscht ist.

Für viele ist die beste Lösung: beides – jedes für seinen Zweck.

Das Prinzip

Gleicher Inhalt, andere Verpackung

Eine fondsgebundene Lebensversicherung wie die Infinityrente ist kein Gegenmodell zum Depot. Sie investiert in dieselbe Welt: Aktienfonds, Mischfonds, ETFs. Das Kapitalmarktrisiko ist identisch.

Anders ist der rechtliche und steuerliche Rahmen, in dem das Geld arbeitet. Und dieser Rahmen entscheidet über Jahrzehnte, wie viel vom Ertrag am Ende bei dir ankommt.

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Fonds & ETFs

Der Motor – in beiden Varianten gleich.

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Der Mantel

Depot: KESt-pflichtig, Teil der Verlassenschaft.
Infinityrente: KESt-frei, Bezugsberechtigte, Rentenoption.

Punkt für Punkt

Der Vergleich im Detail

KriteriumWertpapierdepotInfinityrente
Steuer auf Erträge 27,5 % KESt auf Ausschüttungen, ausschüttungsgleiche Erträge und Kursgewinne beim Verkauf Keine KESt und keine Einkommensteuer auf Erträge; stattdessen 4 % Versicherungssteuer auf die Prämien
Vorteil langfristig
Fondswechsel Realisierte Gewinne werden sofort versteuert Steuerfrei innerhalb des Vertrags
Vorteil
Kosten In der Regel niedriger
Vorteil
Zusätzliche Versicherungs- und Vertragskosten; wirken vor allem in den ersten Jahren
Verfügbarkeit Jederzeit verkaufbar
Vorteil
Teilentnahmen je nach Vertrag möglich; vorzeitige Auflösung steuerlich und kostenseitig nachteilig
Steuerliche Mindestlaufzeit Keine Bei Einmalprämie 15 Jahre, bei Abschluss ab 50 Jahren 10 Jahre; sonst zusätzlich 7 % Versicherungssteuer
Auszahlung Kapital; Entnahmen musst du selbst planen und steuern Kapital oder – je nach Tarif – lebenslange Rente
Vorteil Pension
Langlebigkeitsrisiko Trägst du selbst: Das Geld kann vor dir zu Ende gehen Mit Rentenoption an die Versicherung übertragbar
Todesfall Teil der Verlassenschaft, bis zur Einantwortung meist gesperrt Direkte Auszahlung an namentlich Bezugsberechtigte, außerhalb der Verlassenschaft
Vorteil Familie
Aufwand im Unternehmen Jede Transaktion, Ausschüttung und ausschüttungsgleiche Erträge buchen und laufend steuerlich nachverfolgen Eine Wertstandsmitteilung zum 31.12. – ein Wert für die Bilanz
Vorteil Firma
Kapitalmarktrisiko Trägst du – Verluste möglich Trägst du – Verluste möglich
gleich

Steuerliche Angaben: Rechtslage Österreich, Stand Oktober 2026. Die konkrete Ausgestaltung (Kosten, Teilentnahmen, Rentenoption) hängt vom jeweiligen Tarif ab – Details im Basisinformationsblatt.

📄 Alle Eckdaten kompakt auf einer Seite: Zum Infinityrente-Factsheet

Ehrlich gesagt

Wann was die bessere Wahl ist

Das Depot ist besser, wenn …

  • du das Geld in den nächsten Jahren brauchen könntest
  • es um deinen Notgroschen oder ein konkretes Ziel geht (Auto, Wohnung, Ausbildung)
  • du jederzeit voll verfügen willst
  • niedrigste Kosten für dich das wichtigste Kriterium sind
  • du deine Entnahmephase selbst diszipliniert steuern willst

Die Infinityrente ist besser, wenn …

  • du für deine Pension vorsorgst – mit 15 Jahren Horizont oder mehr
  • die KESt deinen Zinseszins nicht laufend bremsen soll
  • du Fonds umschichten willst, ohne jedes Mal Steuer zu zahlen
  • du eine lebenslange Rente als Option haben willst
  • deine Familie im Ernstfall rasch und ohne Verlassenschaftsverfahren abgesichert sein soll
Der entscheidende Faktor

Zeit dreht die Rechnung

Die Kosten einer Versicherung wirken vor allem am Anfang. Der Steuervorteil wirkt am Ende – und wächst mit jedem Jahr, weil Erträge ungeschmälert weiterarbeiten. Deshalb liefert ein Vergleich über fünf Jahre ein anderes Ergebnis als einer über 25 Jahre.

1

Kurze Laufzeit

Kosten dominieren. Das Depot liegt meist vorne.

2

Mittlere Laufzeit

Die Kurven nähern sich. Tarif und Kosten entscheiden.

3

Lange Laufzeit

Der KESt-freie Zinseszins wird zum Hebel – die Stärke der Infinityrente.

Wo der Wendepunkt für dich liegt, hängt von Tarif, Beitrag und Laufzeit ab. Genau das rechnen wir im Strategiegespräch durch – mit echten Tarifen statt Durchschnittswerten.

Architektur statt Produkt

Zwei Fragen, die selten gestellt werden

Warum nicht beides?

Die stärkste Lösung ist meist eine Aufteilung nach Zweck: Das Depot übernimmt die flexiblen, mittelfristigen Ziele. Die Infinityrente ist der steuerlich optimierte Baustein für Pension und Familie.

So bleibt Liquidität erhalten – und die Pensionsvorsorge wird nicht Jahr für Jahr von der KESt gebremst.

Bank oder Makler?

Auch Banken verkaufen fondsgebundene Lebensversicherungen – meist als gebundener Agent einer einzigen Versicherung.

Als ungebundener Versicherungsmakler vergleiche ich Tarife mehrerer Versicherer und bin rechtlich deinen Interessen verpflichtet. Die eigentliche Frage ist also nicht „Bank oder Versicherung?“, sondern: Wer wählt aus wie vielen Angeboten aus?

Im Unternehmen

Depot oder Infinityrente in der GmbH?

Wer betriebliches Kapital langfristig veranlagt, vergleicht meist nur die Rendite. Übersehen werden die Kosten, die jedes Jahr in Buchhaltung und Steuerberatung entstehen – und die Struktur dahinter.

Depot im Betriebsvermögen

  • Jeder Kauf, Verkauf und jede Ausschüttung ist ein Buchungsfall
  • Ausschüttungsgleiche Erträge thesaurierender Fonds müssen jährlich erfasst und mit den Anschaffungskosten abgeglichen werden – Fehler führen zu Doppelbesteuerung
  • Umschichtungen erzeugen Belege, realisierte Gewinne und Abstimmungsaufwand
  • Laufender Mehraufwand bei Buchhaltung und Steuerberatung – jedes Jahr

Infinityrente im Betriebsvermögen

  • Eine Wertstandsmitteilung der Versicherung zum 31.12.
  • Ein Wert für die Bilanz – kein Nachverfolgen einzelner Fondserträge
  • Fondswechsel passieren im Vertrag, nicht in deiner Buchhaltung
  • Entlastet Buchhaltung und Steuerberatung dauerhaft

Rückdeckung der Pensionszusage

Mit Rentenoption überträgt die Infinityrente das Langlebigkeitsrisiko einer Pensionszusage auf die Versicherung. Ein Depot kann vor dem Ende der Zusage aufgebraucht sein.

Insolvenzschutz durch Verpfändung

Die Polizze kann an die begünstigte Person verpfändet werden. So ist die Vorsorge vor dem Zugriff von Gläubigern der GmbH geschützt.

Nachfolge und Firmenverkauf

Ein Versicherungsvertrag lässt sich auf eine neue Versicherungsnehmerin oder einen neuen Versicherungsnehmer übertragen, ohne Wertpapiere verkaufen zu müssen. Die steuerlichen Folgen klären wir vorab mit deiner Steuerberatung.

Klare Trennung

Vorsorgekapital liegt in einem eigenen Vertrag mit eigenem Zweck – getrennt vom operativen Geschäft und nicht versehentlich als Liquiditätsreserve verwendet.

Ehrlich gesagt: In der GmbH gilt die KESt-Befreiung nicht wie im Privatvermögen – Erträge unterliegen dort der Körperschaftsteuer. Der Vorteil liegt im Unternehmen vor allem im geringeren Aufwand, in der Rentenoption und im Insolvenzschutz. Die konkrete steuerliche Behandlung stimmen wir mit deiner Steuerberatung ab. Mehr zur betrieblichen Vorsorge auf Pensionszusage.at.

Häufige Fragen

FAQ: Infinityrente oder Depot

Was ist die Infinityrente?
Die Infinityrente ist eine fondsgebundene Lebensversicherung, die von Xperte e.U. als ungebundenem Versicherungsmakler am österreichischen Markt ausgewählt und vermittelt wird. Das Geld wird – wie in einem Depot – in Fonds oder ETFs veranlagt, aber innerhalb eines Versicherungsvertrags. Dadurch sind die Erträge bei Einhaltung der gesetzlichen Laufzeiten frei von Kapitalertragsteuer. Zur Auszahlung stehen Kapital oder, je nach Tarif, eine lebenslange Rente zur Wahl.
Ist die Infinityrente besser als ein ETF-Sparplan im Depot?
Das hängt vor allem vom Anlagehorizont ab. Für Geld, das in den nächsten Jahren gebraucht werden könnte, ist ein Depot meist besser: günstiger und jederzeit verfügbar. Für langfristige Pensionsvorsorge ab rund 15 Jahren spricht viel für die Infinityrente: keine Kapitalertragsteuer auf Erträge, steuerfreie Fondswechsel, Rentenoption und Auszahlung an Bezugsberechtigte außerhalb der Verlassenschaft. Viele kombinieren beides.
Warum wird oft ein Depot statt einer Fondspolizze empfohlen?
Weil ein Depot in der Regel niedrigere laufende Kosten hat und jederzeit aufgelöst werden kann. Diese Argumente stimmen – für kurze und mittlere Zeiträume. Bei langfristiger Vorsorge verschiebt sich die Rechnung: Die Kosten der Versicherung wirken vor allem am Anfang, der Steuervorteil wächst mit jedem Jahr. Entscheidend ist daher, für welchen Zweck und wie lange das Geld veranlagt wird.
Fällt bei der Infinityrente wirklich keine KESt an?
Ja. Erträge innerhalb einer fondsgebundenen Lebensversicherung sind in Österreich von der Kapitalertragsteuer (27,5 %) und der Einkommensteuer befreit, wenn die gesetzlichen und vertraglichen Bedingungen eingehalten werden. Stattdessen fällt eine Versicherungssteuer von 4 % auf die eingezahlten Prämien an. Im Depot wird die KESt dagegen auf Ausschüttungen, ausschüttungsgleiche Erträge und Kursgewinne beim Verkauf fällig.
Was passiert, wenn ich vorzeitig aus der Infinityrente aussteige?
Bei einer Einmalprämie gilt eine steuerliche Mindestlaufzeit von 15 Jahren, bei Abschluss ab 50 Jahren von 10 Jahren. Wird früher aufgelöst, fallen zusätzlich 7 % Versicherungssteuer an. Außerdem wirken sich die Vertragskosten bei kurzer Laufzeit stärker aus. Teilentnahmen sind je nach Vertrag möglich. Die Infinityrente ist deshalb für langfristiges Geld gedacht, nicht für die Liquiditätsreserve.
Für wen ist die Infinityrente nicht geeignet?
Für den Notgroschen, für Ziele in den nächsten Jahren (Auto, Wohnungskauf, Ausbildung), für Menschen ohne langfristigen Anlagehorizont und für Anleger, die Kostenminimierung über alles stellen und ihre Entnahmephase selbst diszipliniert steuern wollen. In diesen Fällen ist ein Depot oder ein Sparkonto die bessere Wahl.
Kann ich Depot und Infinityrente kombinieren?
Ja, und das ist oft die sinnvollste Lösung. Das Depot übernimmt die mittelfristigen, flexiblen Ziele. Die Infinityrente ist der steuerlich optimierte Baustein für die Pension und die Absicherung der Familie. So bleibt Flexibilität erhalten, ohne dass die Pensionsvorsorge von der Kapitalertragsteuer gebremst wird.
Wer trägt bei der Infinityrente das Risiko?
Das Veranlagungsrisiko trägst du als Versicherungsnehmer:in – genauso wie im Depot. Fondskurse schwanken, Kapitalverluste sind möglich. Der Unterschied liegt nicht im Marktrisiko, sondern in Steuer, Vertragsrahmen, Rentenoption und Begünstigung im Todesfall.
Was passiert mit der Infinityrente im Todesfall?
Das angesparte Kapital wird direkt an die namentlich genannten Bezugsberechtigten ausbezahlt. Es fällt nicht in die Verlassenschaft, die Auszahlung erfolgt in der Regel ohne langes Verlassenschaftsverfahren. Ein Depot ist dagegen Teil der Verlassenschaft und bis zur Einantwortung meist gesperrt.
Kann ich innerhalb der Infinityrente Fonds wechseln?
Ja. Fondswechsel innerhalb des Versicherungsvertrags lösen keine Steuer aus. Im Depot wird beim Verkauf eines Fonds mit Gewinn sofort Kapitalertragsteuer fällig – auch wenn das Geld gleich wieder veranlagt wird.
Warum zum Versicherungsmakler und nicht zur Bank?
Auch Banken verkaufen fondsgebundene Lebensversicherungen – meist als gebundener Agent einer einzigen Versicherung. Ein ungebundener Versicherungsmakler wie Xperte e.U. vergleicht dagegen Tarife mehrerer Versicherer und ist rechtlich den Interessen der Kund:innen verpflichtet. Die Frage ist also nicht Bank oder Versicherung, sondern: Wer wählt aus wie vielen Angeboten aus?
Lohnt sich die Infinityrente auch im Unternehmen (GmbH)?
Ja, vor allem wegen des geringeren Verwaltungsaufwands. Ein Depot im Betriebsvermögen verursacht jedes Jahr Buchungs- und Abstimmungsaufwand: Käufe, Verkäufe, Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge müssen erfasst und steuerlich nachverfolgt werden. Bei der Infinityrente genügt eine Wertstandsmitteilung der Versicherung zum 31.12. In der GmbH gilt die KESt-Befreiung nicht wie im Privatvermögen; die Erträge unterliegen der Körperschaftsteuer. Die konkrete steuerliche Behandlung wird mit der Steuerberatung abgestimmt.
Eignet sich die Infinityrente zur Rückdeckung einer Pensionszusage?
Ja. Mit Rentenoption überträgt sie das Langlebigkeitsrisiko einer Pensionszusage auf die Versicherung – ein Depot kann dagegen vor dem Ende der Zusage aufgebraucht sein. Zusätzlich kann die Polizze an die begünstigte Person verpfändet werden, wodurch die Vorsorge vor dem Zugriff von Gläubigern der GmbH geschützt ist.

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DI Alexander Wersonig, ungebundener Versicherungsmakler

DI Alexander Wersonig

Ungebundener Versicherungsmakler & Unternehmensberater · Xperte e.U.

Seit über drei Jahrzehnten in der Wirtschaft. Schwerpunkt: steuerlich optimierte Vorsorgearchitektur für Private und Unternehmer:innen in Österreich.

Depot, Infinityrente oder beides?

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